Der Organismus

Der Organismus 2018-04-23T15:54:10+00:00

Um sich am Leben zu erhalten, muss der menschliche Organismus wie ein Hochleistungsbetrieb arbeiten. In jeder Sekunde laufen unzählige Prozesse ab, wobei jede einzelne Zelle wie ein einzelner Musiker in einem riesigen Orchester funktionieren muss. Diese komplizierten Vorgänge laufen ständig ab, selbst wenn wir Schlafen. Solange alles reibungslos funktioniert fühlen wir uns gesund und munter.

* Jeder Mensch ist aus etwa 80 – 100 Billionen Zellen aufgebaut.
* Rund 200 Knochen und 600 Muskeln halten uns in Bewegung.
* Die Lunge, das Verdauungssystem und der Blutkreislauf versorgen uns mit Nährstoffen
* Über die Nieren werden Abfallstoffe ausgeschieden
* Das Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern

Falls ein Organ oder der Stoffwechsel aus irgendeinem Grund gestört ist, werden wir krank. Was dabei in uns vorgeht, können wir nur verstehen, wenn wir uns mit dem Aufbau unseres Körpers ein wenig beschäftigen.

Der Bau und die Funktionen des menschlichen Körpers sind unlösbar miteienander verknüpft. Darüber hinaus ist der Mensch ein sich selbst regulierendes Energiesystem das auf drei Ebenen ganzheitlich miteinander verbunden ist und sich gegenseitig beeinflusst: Körper, Geist & Seele.
Doch jedes Lebewesen braucht für seine Existenz auch eine geeignete Umwelt. Der Organismus steht in enger Wechselwirkung mit dieser Umwelt. Darauf ist die gesamte funktionelle Organisation und das Energiesystem des Menschen ausgerichtet. Die Wechselwirkung mit der Umwelt umfasst zum einen die bewußte Wahrnehmung der Umwelt durch das sensorische System. Zum anderen reagiert der Organismus auf die Umwelt oder wirkt auf diese durch das motorische System ein. Beide Systeme besitzen als wesentlichen Baustein Nervengewebe und werden deshalb insgesamt dem Nervensystem zugeordnet.Das Nervensystem ermöglicht also dem Menschen in wechselseitige Beziehung mit seiner Umwelt zu treten. Gleichzeitig bildet es die materielle Grundlage für das Bewusstsein sowie für geistige und seelische Vorgänge.

Sensorisches und motorisches System, die eine direkte Verbindung mit der Umwelt herstellen, können ihre Funktionen nur aufrechterhalten, wenn genügend Substrate (z.B. Nährstoffe) und Energie für ihren Stoffwechsel zur Verfügung stehen und die anfallenden End-, Zwischen- und Abfallprodukte des Stoffwechsels abgeführt werden. Diese Zubringerdienste übernehmen verschiedene Organe.
* Die Aufnahme der Stoffwechselsubstrate aus der Nahrung und aus der Atemluft übernimmt der Magen-Darmkanal mit seinen Anhangorganen und die Lunge
* Für den Stofftransport im Organismus sorgen die Organe des Blutkreislaufs.
* Das Ausscheiden der Stoffwechselprodukte erfolgt über Darm, Niere und Lunge. Zahlreiche spezialisierte Organe übernehmen also die Einzelfunktionen im Versorgungsteil des Organismus. Für die einwandfreie Funktion des Organismus ist es notwendig, dass die Organe zu einer Gesamtleistung koordiniert werden. Diese Aufgabe übernehmen das vegetative Nerven system und das endokrine System. Beide Koordinationssysteme sind aufeinander abgestimmt.

Knochen und Gelenke

Das Skelett ist ein Wunderwerk, das vielfältige Aufgaben erfüllt: Es stützt den Körper und hält ihn aufrecht, es schützt die verletzlichen inneren Organe, es speichert Kalzium sowie andere lebenswichtige Mineralstoffe und ist an der Bildung neuer Blutzellen beteiligt. Die Knochen sind im Lauf des Lebens einem ständigen Wandel unterworfen. Das bis zur Geburt gebildete Vorskelett besteht aus rund 350 knorpeligen Knochenvorläufern, die sich bis zum Erwachsenenalter in richtige Knochen verwandeln.

Das Skelett eines Erwachsenen besteht aus 206 Knochen und wiegt etwa 10 kg. Knochengewebe ist eines der widerstandsfähigsten Materialien überhaupt: 16 CM3 Knochen können 8500 kg tragen und sind damit viermal belastbarer als Stahlträger. Die Knochen verdanken diese Stärke ihrer Wabenstruktur und dem hohen Anteil an Kalzium, Phosphatverbindungenund anderen Mineralsalzen. Nerven und Blutgefäße durchziehen die poröse Struktur. Im Knochenmark, dem schwammigen Inneren der Knochen, werden ständig neue Blutzellen gebildet.

Die Knochenenden werden von Knorpel bedeckt, der die Gelenke abfedert und die Reibung zwischen den Knochen verringert. Bänder verbinden die Knochen miteinander und verleihen ihnen Festigkeit, während Sehnen die Muskeln mit den Knochen verbinden. Damit eine Bewegung entsteht, agieren die Knochen als Hebel, die Gelenke sind Drehpunkte, und die Muskeln ziehen sich zusammen, um die benötigte Kraft zu liefern.

Der Alterungsprozess hinterlässt Spuren an Knochen und Gelenken. Knie- und Hüftgelenke sind besonders anfällig für degenerative Gelenkerkrankungen (z. B. Arthrose). Auch der Kalziumgehalt der Knochen nimmt im Alter ab, sie werden brüchig, und es kommt zur Osteoporose

Das Blut- und Lymphsystem

Neben dem Blutgefäßsystem besitzt der Körper ein weiteres Netzwerk von Gefäßen, das den gesamten Organismus durchzieht: das lymphatische System. Es besteht aus dem eigentlichen Gefäßsystem und den lymphatischen Organen.

Das Lymphgefäßsystem bildet im Wesentlichen ein Geflecht von kleinen und großen Bahnen zum Abfluss der Lymphe. Diese Körperflüssigkeit bildet sich, wenn aus den kleinen Blutgefäßen in den Organen und Gliedmaßen eine eiweißreiche, wässrige Lösung in die Zwischenräume der Körperzellen und -gewebe gelangt. Dort wird die Lymphflüssigkeit von den Lymphgefäßen aufgefangen. Der Körper bildet täglich ca. 2 Liter Lymphflüssigkeit.

Die Lymphflüssigkeit versorgt, wie das Blut auch, die durchströmten Gewebe mit Nährstoffen und entfernt die nicht mehr verwertbaren Substanzen. Ausserdem übernimmt die Lymphe durch die in ihr frei beweglichen Lymphozyten eine Schutzfunktion bei der Abwehr von Krankheits – erregern. Lymphozyten gehören zur Gruppe der weissen Blutkörperchen und sind Bestandteil des körpereigenen Immunsystems.

Herz & Kreislaufsystem

Den Körper eines Erwachsenen Menschen durchziehen ein Netz von Blutgefäßen mit einer Gesamtlänge von 100 000 – 150 000 km. DieBlutgefäße – die Arterien, die Kapillaren und die Venen, bilden dieses Transportsystem. Das Blut verteilt sich zu etwa fünf Prozent in den Kapillaren, 75 Prozent in den Venen und 20 Prozent in den Arterien. Das Netzwerk der Blutgefäße erreicht fast jeden Körperbereich. Nur die Hornhaut des Auges,der Zahnschmelz, Die äussersten Hautschichten sowie Haare und Nägel sind nicht mit Blutgefäßen durchzogen.

Das Blut versorgt jede Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert Kohlendioxid und andere Abfallprodukte aus der Zellaktivität (Stoffwechsel) ab. Das Herz, eine der hochleistungsfähigsten Pumpen überhaupt, sorgt dafür, dass dauernd 4 – 5 Liter Blut durch dieses eng verzweigte Netzwerk fließen. Dabei schlägt es täglich über 100 000-mal – und im Laufe eines Lebens sind es rund 2,7 Mrd. Herzschläge, wobei die Ruhepause zwischen den Herzschlägen nie mehr als den Bruchteil einer Sekunde beträgt. Trotz dieser lebenslangen Dauerleistung sind dem Herzen in seinem Leistungsvermögen auch Grenzen gesetzt. Die immer höher werdende Zahl der Herz- Kreislauferkrankungen bestätigen dies, da nach wie vor Herz- Kreislaufkrankheiten die Todesursache Nummer ein sind.

Zu den meisten dieser Todesfälle kommt es infolge eines Herzinfarkts, dem immer öfter jüngere Menschen zum Opfer fallen. Die Hauptursachen dafür sind Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Eine Erklärung dafür könnte das Zusammenspiel mehrerer Faktoren sein, u. a. der Lebensstil (fettreiche Kost, Rauchen, zu wenig Bewegung) und/oder eine erbliche Veranlagung. Neueste Forschungen belegen, dass ein bewusster und gesunder Lebenswandel das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall sowie anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann.

Mit jedem Herzschlag pumpt das Herz Blut in die Aorta, die größte Arterie des Körpers, von wo es in die entlegensten Blutgefäße verteilt wird. Wenn das sauerstoffreiche Blut den Sauerstoff an das Gewebe abgegeben hat, fließt es durch die Venen zurück zum Herzen. Von hier gelangt es wieder in die Lunge, womit sich der Kreislauf schließt.

In den vier Hohlräumen des Herzens sorgen Klappen dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Sauerstoffarmes Blut strömt in den rechten Vorhof und dann in die rechte Herzkammer, von wo es zur Lunge gepumpt und mit Sauerstoff versorgt wird. Dann gelangt es in den linken Vorhof. Durch Öffnen der Mitralklappe fließt das Blut in die linke Herzkammer, wo es durch die Aorta in den Körperkreislauf verteilt wird.

Das Verdauungssystem

Ein gesunder Organismus versorgt sich selbst mit vielen biologischen Helfern. Tausende von ihnen beteiligen sich an den unterschiedlichsten Prozessen. Der Mensch und somit auch das Verdauungssystem besteht aus ca. 90 Billionen Zellen, die Bausteine des Lebens. Zellen produzieren Energie aber Zellen benötigen Energie. Ein wichtiger Energielieferant ist die Ernährung und somit die Verdauung.

Unser Verdauungstrakt besteht aus einem muskulösen Schlauch, der im Mund beginnt und im After endet. Die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen, muss einen „Verdauungsweg“ von fast neun Metern durchwandern. Durch die Zähne, vor allem aber durch chemische Reaktionen im Magen und Darm werden die Speisen zerkleinert und in einzelne Bestandteile aufgespalten, bis sie im sehr langen Dünndarm direkt ins Blut übergehen.

Zahlreiche Enzyme aus Speicheldrüsen, Bauchspeicheldrüse und Leber helfen bei der Verwertung der Nährstoffe mit. Es gelangen schließlich noch die unverdaulichen Ballaststoffe in den Dickdarm, wo mit Hilfe der Darmflora die letzte Verdauungsarbeit erfolgt, bevor die für den Körper nicht mehr verwertbaren Nahrungsüberreste ein bis drei Tage nach dem Essen als Stuhl ausgeschieden werden. Als Folge von Gärungen im Darm oder Darmreizungen kann es zu einer Entzündung des Wurmfortsatzes kommen. Dieser ist eine kleine Ausstülpung des Dickdarms und muss dann oft entfernt werden (Blinddarmoperation). Ein sehr wichtiges Organ im Verdauungsprozess ist die ca.1,5 kg schwere Leber. Sie ist in ihrer Funktion mit einer chemischen Fabrik zu vergleichen: Einerseits ist sie ein Entgiftungsfilter (Umwandlung von Medikamenten, Alkohol usw.) und andererseits speichert sie Reservestoffe (z. B. Zucker). Vor allem aber wandelt sie verschiedene Stoffe für die Bedürfnisse des Körpers um.

Von Haus aus arbeitet der Magen bzw. die Verdauung „störungsfrei“. Treten dennoch Störungen auf, so haben diese häufig „äussere“ Ursachen wie falsche Ernährung, Bewegungsmangel oder sonstige schädliche Lebensgewohnheiten. Zu empfehlen ist eine vitaminreiche, ausgewogene und faserreiche Kost: Obst, Gemüse, Salate, Getreideflocken, Vollkornbrot. Sie fördert, zusammen mit genügend körperlicher Bewegung, die Verdauung. Menschen mit problemloser Verdauung leiden selten an Hämorrhoiden und scheinen weniger anfällig für Darmkrebs zu sein. Schädigend für den Magen ist übermäßiger Genuss von Alkohol. Er kann auf die Dauer Magenschleimhaut, Bauchspeicheldrüse und Leber angreifen. Zudem sind Nikotin und Alkohol als Förderer von Mundhöhlen und Speiseröhrenkrebs bekannt. Unbedingt vermeiden sollte man den Gebrauch von Abführmitteln über längere Zeit. Sie bekämpfen wohl das Symptom, nicht aber die Ursache. Auf die Dauer sind sie sogar schädlich. Ein träger Darm kann am schonendsten durch die Zufuhr von Quellstoffen (z. B. Leinsamen, Kleie) und erhöhter Flüssigkeitszufuhr angeregt werden. Oft kann mit der Behebung einer Darmträgheit gleichzeitig eine ganze Reihe gesundheitlicher Störungen behoben werden Müdigkeit, Völlegefühl, Hautunreinheiten, Kopfschmerzen, Blähungen usw,. Ferner gilt:

BEWEGUNG IST DAS SCHWUNGRAD DES LEBENS

Die Verdauung – die chemische Spaltung von Nahrungsbestandteilen in ihre kleinsten Bausteine bigeint ind der Mundhöhle mit der Tätigkeit der Speichelenzyme und hält während der gesamten Verweildauer der Nahrung im Verdauungskanal an. Aus Kohlehydtraten wird Glukose, die Eiweisse werden in einzelne Aminosäuren, die Fette in Fettsäuren gespalten. Alle Substanzen werden benutzt, den Zellstoffwechsel anzutreiben, Energie zu liefern und/oder neues Gewebe aufzubauen. Überschüsse können sich in der Leber und im Fettgewebe speichern, Schlacken werden über die Nieren ausgeschieden.

Die drei Hauptbestandteile unserer Nahrung sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse. Das einfachste Kohlenhydrat ist der Blutzucker Glukose. Die Kohlenhydrate setzen sich aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen zusammen. Kombinieren sich dieselben drei Elemente in anderer Weise, entstehen die gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Das Eiweiss enthält zusätzlich Stickstoff als Bindungsatom oder in den Aminosäuren -Seitenketten. Eiweisse machen etwa ein Sechstel des Körpers aus.

Das Atemsystem

Zum Atem-system gehören die Nase, die Nasennebenhöhlen, der Rachen als gemeinsamer Durchtritt für Luft und Nahrung, der Kehlkopf als Ort der Stimmbildung, die Luftröhre, die Bronchien und schließlich die Lungen.

Durch die Atemwege wird die Außenluft in das Innere des Körpers bis hinab zu den Lungenbläschen geleitet, wo der Gasaustausch stattfindet. Der Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft wird von den roten Blutkörperchen aufgenommen, während gleichzeitig das Kohlendioxid aus dem Blut und den roten Blutkörperchen in die Ausatemluft übergeht und mit ihr ausgestoßen wird.

Da die Atemwege über die eingeatmete Luft ständig in direktem Kontakt mit der Außenwelt unddamit auch mit zahlreichen potenziellen Krankheitserregern stehen, ist das Spektrum der Atemwegserkrankungen sehr groß. Es reicht von einfachen Virusinfekten oder hoch ansteckenden und gefährlichen Grippeerkrankungen über allergische Krankheiten wie Asthma bronchiale bis hin zu Infektionen, die schwere Lungenentzündungen verursachen.

Zahlreiche Atemwegserkrankungen – darunter die chronische Bronchitis und der Bronchialkrebs werden durch eingeatmete Schadstoffe verursacht. Der Tabakmissbrauch steht hier an erster Stelle. Mit dem Rauchen aufzuhören kann somit entscheidend helfen, diesen Krankheiten vorzubeugen .

Endokrines System

Ein genau abgestimmtes Rückkopplungssystem, das vom Hypothalamus im Gehirn gesteuert wird, überwacht die einzelnen Hormonkonzentrationen im ganzen Körper. Der Hypothalamus registriert zu niedrige Konzentrationen eines bestimmten Hormons und gibt diese Informationen an die Hirnanhangsdrüse weiter, die als übergeordnete Drüse wirkt. Sie schüttet sofort Hormone aus, die der betreffenden endokrinen Drüse melden, dass sie das bzw. die benötigte(n) Hormon(e) freisetzen soll. Sobald sich der Hormonspiegel wieder normalisiert, signalisiert der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse, keine weiteren Hormone zur Aktivierung der Hormonausschüttung mehr freizusetzen.

Als endokrine oder Hormondrüsen bezeichnet man jene Drüsen, die ihr Sekret ins Blut oder in die Lymphe abgeben. Jede von ihnen erfüllt im Körper bestimmte Funktionen. Die Schilddrüsenhormone tragen z. B. zu Stoffwechsel und zu normalen Wachstums- und Entwicklungsprozessen bei. Kalzitonin, das ebenfalls in der Schilddrüse gebildet wird, senkt den Kalziumgehalt des Blutes, während die Nebenschilddrüsenhormone ihn erhöhen. Die Thymusdrüse ist besonders wichtig für die Immunabwehr. In den Nebennieren gebildete Hormone regeln die Reaktion auf Stresssituationen und überwachen den Wasser- und Mineralstoffhaushalt sowie den Glukosestoff wechsel. Die Bauchspeicheldrüse bildet Insulin und Glukagon – zwei Hormone, die die Glukosekonzentration im Blut regulieren. In den Geschlechtsorganen werden männliche bzw. weibliche Geschlechtshormone produziert, die zur Fortpflanzung benötigt werden.

Hormone sind chemische Botenstoffe, die sämtliche Körperzellen und -funktionen beeinflussen. Sie agieren oft im Verbund miteinander bzw. mit dem Nervensystem und steuern z. B. Wachstums- und Stoffwechselprozesse, Verdauung, Blutdruck, Fortpflanzung und die Stressreaktionen, um nur einige ihrer Funktionen zu nennen. Daher kann ein hormonelles Ungleichgewicht nachhaltige Auswirkungen im ganzen Körper haben.

Wie und welche Hormone im Körper wirken, ist zwar weitgehend bekannt, andererseits werden laufend neue Botenstoffe entdeckt, deren Rolle erst erforscht werden muss. So ist etwa nach wie vor ungeklärt, wie der Thymus und die Zirbeldrüse funktionieren.

Hormone werden sowohl in verschiedenen endokrinen Drüsen, also Drüsen mit innerer Sekretion, gebildet als auch in verschiedenen Organen, wie z. B. Lunge, Darm, Herz und Niere. Unabhängig davon, wo die Hormone entstehen, gelangen alle in kleinen Mengen über den Blutkreislauf zu ihren Zielorganen oder -zellen, die sie dann anregen, eine bestimmte Funktion auszuüben. Einige Hormonzellen, wie z. B. Insulin, sind zu groß, um eine Zelle zu durchdringen. Sie binden sich stattdessen an einen bestimmten Empfänger (Rezeptor), der die gewünschte Antwort auslöst. Andere Hormone, wie etwa die Steroide, die in den Nebennieren gebildet werden, sind klein genug, um in die vorgesehenen Zielzellen einzudringen, und rufen dort die gewünschte Antwort im Erbgut hervor.

Die Sinnesorgane

AUGE

Wir nehmen die Umwelt über die fünf Hauptssnne Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten wahr.
Seh- und Tastsinn gelten allgemein als die lebenswichtigsten Sinne, aber erst das Zusammenspiel aller Sinnesorgane vermittelt ein Gesamtbild der Umgebung. Das wird u. a. beim Essen deutlich – Gerüche helfen uns, zwischen Nahrungsmitteln zu unterscheiden, die ähnlich schmeckenund die gleiche Konsistenz haben. Deshalb schmeckt das Essen auch fade, wenn man erkältet ist. Wenn ein Sinn ausfällt, helfen die anderen Sinne jedoch, diesen Mangel auszugleichen.

ZUNGE

Wir können z. B. den Tastsinn und das Hörvermögen einsetzen, um uns in gewissem Mass im Dunkeln zu orientieren.

NASE

Alle Sinnesorgane sind komplexe Erweiterungen des Zentralnervensystems mit einer direkten Leitungsbahn zum Gehirn, wo die Informationen sofort verarbeitet werden. Wenn wir z. B. einen Gegenstand berühren, wissen wir gleich, ob er weich oder hart, heiß oder kalt, glatt oder rau ist. Da die Informationen so extrem schnell verarbeitet werden, machen wir uns kaum Gedanken über den komplexen Vorgang, der dabei abläuft. Geräusche, die das Ohr wahrnimmt, oder Lichtstrahlen, die das Auge erreichen, gelangen als elektrische Impulse ins Gehirn, wo sie entschlüsselt und interpretiert werden. Ähnlich verhält es sich mit den Geruchseindrücken, der Deutung von Berührungen und der Einordnung von Geschmacksqualitäten.

OHR

Die Muskulatur

Im Körper gibt es drei Arten von Muskeln:
den in seiner Beschaffenheit einzigartigen Herzmuskel, glatte Muskeln in den Hohlorganen – sie sorgen für unwillkürliche Bewegungen – und quer gestreifte Skelettmuskeln, die mit den Knochen verbunden sind und willkürliche Bewegungen ermöglichen. Letztere bestehen aus Bündeln hauchdünner Fasern. Jede Faser ist von winzigen Kapillaren umgeben, die die Versorgung mit Sauerstoff sichern. Die Anzahl der Fasern eines Muskels bleibt konstant, die Fasern werden jedoch größer, wenn man Sport treibt, und schrumpfen bei Nichtbeanspruchung und im Alter. Jeder Muskel wird von einem oder mehreren Nerven versorgt. Eine Bewegung findet statt,’wenn Nervensignale chemische Reaktionen auslösen, die bewirken, dass sich ein Muskel zusammenzieht. Viele Muskelleiden sind durch nervliche Störungen bedingt, so auch die Muskelschwäche bei multipler Sklerose.

Das Immunsystem

Der Körper ist ständig Millionen von Viren, Bakterien u. a. und anderen Krankheitserregern (Pathogenen) ausgesetzt. Im Normalfall werden die Angriffe durch körpereigene physikalische und chemische Abwehrmechanismen wie Haut, Speichel, Tränen, Schleim und Magensäure abgewehrt. Auch die Millionen Bakterien auf der Haut und in den Schleimhäuten schützen vor Angreifern. Gelingt es einem Erreger, diese Barrieren zu überwinden und in den Körper einzudringen, wird er sofort vom Immunsystem erkannt und angegriffen.
Das Immunsystem besitzt empfindliche Sensoren, die Fremdgewebe und v. a. Krankheitserreger erkennen. Manchmal findet gegenüber harmlosen Substanzen, z. B. Pollen, bestimmten Nahrungsmitteln oder Medikamenten eine Überreaktion statt – es entsteht eine allergische Reaktion. In anderen Fällen greift das Immunsystem irrtümlich gesundes körpereigenes Gewebe an, so als ob dieses „fremd“ sei – es kommt zu Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder rheumatische Arthritis. Im Normalfall schützt aber der erste Schutzwall vor tödlichen Erkrankungen.

Lymphknoten traten gehäuft Im Hals, In den Achselhöhlen und den Leisten auf. Die FlüuigkeK die von den Körpergeweben In die Lymphgefäße abfließt, wird In den Lymphknoten durch spezialisierte weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten, g“ne Im Fall ‚–, einer Infektion vermehren als sich extrem schnell, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Daher auch die fühlbare Schwellung eines Lymphknotens.

Die Mandeln (Toneillen) sind kleine Anhäufungen von Lymphgewebe Im hinteren Rachenraum. Diese Drüsen schützen gemeinsam mit den Nasenpotypen die oberen Atemwege vor eingeatmeten Organisman. Andere als die Lymphknoten sind die Mandeln und Polypen nicht eingekapseit. Nicht eingekapseltes Lymphgewebe findet man auch Im Dünndarm.

Der Thymus ist eine aus Lymphgewebe gebildete Drüse. In ihm reifen weiße Blutkörperchen zu T-Lymphozyten heran. Sie sind die häufigste Art weißer Blutkörperchen und schützen vor Viren und anderen Erregern. Von der Pubertät an beginnt der Thymus unter dem Einfluss der Geschlechtshormone zu schrumpfen, und die thymusabhängige Immunität lässt nach. Darum wird man im Alter eher von Infektionen befallen.

Die Milz, ein faustgroßes Organ im oberen linken Bereich des Unterleibs, ist der größte Lymphknoten des Körpers. Sie hat eine doppelte Aufgabe: Als Teil des Immunsystems produziert sie Antigene und Lymphozyten und hilft, eindringende Organismen aus dem Blutkreislauf zu erkennen und zu zerstören. Andererseits entfernt sie alte, verbrauchte rote Blutkörperchen aus dem Blutkreislauf und führt das in ihnen enthaltene Eisen wieder ins Blut zurück, damit es zur Herstellung von neuem Hämoglobin verwendet wird. Trotz ihrei Bedeutung ist die Milz nicht lebensnotwendig: Falls sie entfernt werden muss, übernehmen andere Lymphgewebe ihre Abwehrtunktionen.

Die Lymphozyten werden im Kochenmark gebildet und in das Blut und das Lymphsystem abgegeben. In der Lymphe gibt es mehrere Arten von Lymphozyten: so genannte Killerzellen, die eindringende Organismen, Krebszellen und andere körperfremde Substanzen zerstören, Zellen, die eine Entzündung auslösen, und schließlich Zellen, die die Bakterien auffressen und verdauen.

Blutgefäße transportieren weiße Blutkörperchen, Antikörper und andere schützende Substanzen, die das Immunsystern erzeugt. Nachdem die Lymphe im Lymphknoten gefiltert wurde, gelangt sie durch das Lymphsystern zurück in den Blutkreislauf.

Dringt ein Erreger in den Körper ein, aktivieren chemische Signale das Immunsystem. Unterschiedliche Arten weisser Blutkörperchen ( B-Lymphozyten ) wandern zum Infektionsherd, damit sich der Erreger nicht in andere Körper- regionen ausbreiten kann. Sie vermehren sich explosionsartig und erzeugen sog. Gedächtniszellen. Diese bilden Antikörper, die den Erreger zerstören. Nach einer Infektion erkennen die übrig gebliebenen Gedächtniszellen sofort, wenn später erneut derselbe Erreger eindringt.

Das Nervensystem

Bewegungen, Gedanken,-Gefühle und Körperfunktionen sie alle werden vom Gehirn und vom Nervensystem gesteuert. Unter allen Lebewesen hat der Mensch das am höchsten entwickelte Gehirn, zugleich ist es aber am wenigsten erforscht.

Das Nervensystem ist ein höchst komplexes System aus Milliarden von Nervenzellen (Neuronen), die vom Gehirn und Rückenmark gesteuert werden. Unwillkürliche Funktionen wie Atmung, Blutkreislauf und Verdauung werden vom autonomen (vegetativen) Nervensystem geregelt, das aus dem Sympathikus und seinem Gegenspieler, dem Parasympathikus, besteht. Diese dienen als Zentrale, die die Organe ein- und ausschalten und so das Gleichgewicht der Körperfunktionen sichern.

Oberflächliche Sinnesnerven erhalten Reize von der Außenwelt und übertragen sie zum Gehirn, das sie verarbeitet und über die Hirn- oder Rückenmarksnerven in verschiedene Körperbereiche weiterleitet. Dieser Prozess dauert Sekundenbruchteile und erfordert oft wenige oder keine Denkprozesse. Wenn im Gehirn oder in anderen Teilen des Nervensystems etwas schief läuft, kann es zu katastrophalen Folgen kommen, die von leichten Bewegungsstörungen bis zu Lähmung und Demenz, dem Verlust der intellektuellen Fähigkeiten, reichen.

Nervenzellen (Neurone) können bis zu 30 cm lang sein. Reize werden als elektrische Impulse mit bis zu 400 km/h vom Neuron über das Axon weitergeleitet. Am Ende seiner verzweigten Ausläufer (Dendriten) lösen chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) auf den Dendriten des nächsten Neurons neue Impulse aus. Diese Kettenreaktion dauert so lang, bis das Signal sein Ziel erreicht hat.

Dem Rückenmark entspringt ein dichtes Netz von Nerven, die alle Körperteile erreichen. Nervensignale werden nur in einer Richtung übertragen, d. h., eine Nervengruppe überträgt Reize vom Gehirn zu den Händen und eine andere Impulse von den Händen zum Gehirn.

Das Gehirn eines Erwachsenen wiegt etwa 1,4 kg und enthält rund 10 Milliarden Nervenzellen. Den größten Teil nimmt das Großhirn ein, das nicht nur der Sitz der Intelligenz und Kreativität ist, sondern auch die Quelle für Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Glück, Wut und andere menschliche Empfindungen.